Die Serie "Mama 2018" folgt ...mit Fotografien

Am 3. 1. 2018 stürzt meine Mutter. Wirbel gebrochen.
Ich begleite sie durch eine Odyssee von Zwischenpflege und Krankenhäusern.
Insgesamt war sie an 4 Orten. Ich fuhr innerhalb von 9 Wochen mehr als 4000 km, um sie zu besuchen.
Am 8.3. kam sie aus dem Krankenhaus und lebt nun für 2 Wochen bei mir.
Heute ist es leider offenbar so, dass Menschen nicht mehr so betreut werden können, wie es nötig wäre.
Konfrontiert mit diesem Pflegemangeldesaster, entschloss ich mich, mir die Zeit zu nehmen, alle Termine abzusagen, mein Leben hinten an zu stellen.
Das hinderte mich aber nicht, mit der Einwilligung meiner Mutter, sie und unsere Momente ab und zu fotografisch zu begleiten.
2017 habe ich meiner Mutter schon mal das Leben gerettet. Damals war sie kurz vor einem Herzstillstand.
Ich liess sie hier bei mir in der Nähe ein Krankenhaus einweisen. Das sagte mir einfach mein Gefühl. Am selben Tag lag sie noch auf den Intensivstation und einen Tag
später hatte sie bereits einen Herzschrittmacher. Zu Hause wäre sie einfach tot umgefallen, wie der Arzt mir bestätigte. Also habe ich intuitiv das richtige getan.
Eigentlich ist der Notstand an Personal in jedem Krankenhaus spürbar.
Einmal wäre meine Mutter fast vertrocknet. Sie hatte ohne Ende Schmerzen. Sie tat mir unendlich leid.
Niemand hat darauf geachtet, dass die Wasser trinkt. Das passierte, als ich einmal 3 Tage nicht bei ihr sein konnte.
Ich feierte nach 20 Jahren mal einmal wieder Geburtstag meiner selbst. Diese Feier durfte ich nicht absagen, ihrer Meinung nach. So süss.
Danach habe ich mir noch mehr Zeit genommen, hinzufahren, oder jemanden zu fragen, ob er oder sie fährt. Ich wollte, dass jemand in der Nähe ist und ihr zu trinken gibt. In den Wochen habe ich mehr als 300 Telefonate geführt. Ärzte, Schwestern, Verwandte etc.
Ich habe meine Foto-Arbeitsreise nach Abu Dhabi abgesagt.
Aber jetzt geht es
mit ihr bergauf. Das ist es jedenfalls , was wir als Kinder leisten sollten. Aufpassen auf die, die uns in das Leben liessen.

Aber die Fahrerei und das Aufpassen auf sie wäre nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung meines Freundes, der in der Zeit meinen Hund aufpasste und mich dazu noch bekochte.
Er übernahm all das, was der Alltag so mit sich bringt in einem normalen Leben. Einkaufen, Waschen, Hund ausführen, mich mit Nahrung versorgen.
DANKE, Sönke!


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Fotos Eva Maria Horstick 2018
Serie/Ausschnitt